Offene Wohnräume trennen: Regalwand mit Stauraum bauen
Offene Grundrisse wirken großzügig, bringen aber ein praktisches Problem mit sich: Wohnen, Essen und Arbeiten verschwimmen zu einer einzigen Fläche. Eine Regalwand löst dieses Problem, ohne den Raum zu verschließen. Sie filtert Sichtachsen, schluckt Schall und bietet gleichzeitig Ablagefläche für Bücher, Kisten und Technik. Wer handwerklich einigermaßen sicher ist, kann sie aus Standardmaterialien selbst bauen – deutlich günstiger als eine Schreinerlösung, aber mit demselben Effekt.
Bevor die erste Platte geschnitten wird, gehört die Planung aufs Papier. Entscheidend sind drei Maße: die lichte Höhe bis zur Decke, die gewünschte Durchgangsbreite und die Tiefe der Regale. Für Wohnräume reichen 30 bis 35 Zentimeter, für Aktenordner und größere Technik braucht es mindestens 40. Wer sich unsicher ist, wie eine solche Wand dimensioniert und befestigt wird, findet in diesem Beitrag über die Raumteiler als Stauraumwand im Wohnzimmer konkrete Angaben zu Aufbau, Material und Kosten. Wichtig ist außerdem, dass die Wand nicht bis zur Decke gemauert wird: Ein Luftspalt von zehn bis zwanzig Zentimetern lässt Licht durch und nimmt dem Bauwerk das Schwere.
Als Material bieten sich Multiplex- oder Spanplatten mit Melaminbeschichtung an. Multiplex ist teurer, hält aber Schrauben besser und bleibt an den Kanten sichtbar sauber. Das Grundgerüst besteht aus zwei Seitenwangen, mehreren senkrechten Stützen und waagerechten Böden. Verbunden wird mit Dübeln und Schrauben, nicht mit Winkeln – die tragen zu wenig. Die Rückseite erhält eine dünne Hartfaserplatte, die der Wand Aussteifung gibt. Wer Kabel für Licht oder Lautsprecher verlegen will, plant Leerrohre ein, bevor die Rückwand geschlossen wird.
Die Montage beginnt an der Decke oder an der Wand, nie frei stehend. Eine Konstruktion dieser Größe kippt sonst. Der untere Bereich bleibt offen oder bekommt Rollcontainer, die mittleren Fächer nehmen Alltagsgegenstände auf, oben stehen Dinge, die selten gebraucht werden. Zum Schluss die Oberfläche: geölt, lackiert oder mit einer dünnen Filzauflage auf den Böden, die Klappern dämpft. Eine selbst gebaute Regalwand kostet je nach Größe zwischen 300 und 800 Euro an Material. Sie ersetzt keinen Raum, aber sie ordnet ihn.